Steganlage

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Unsere Steganlage im Osthafen

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Stromanschluss am Schwimmsteg - Ein Projekt für starke Nerven


Der Anfang

 

Nachdem auch in der Saison 2007 alle Bootsliegeplätze am Schwimmsteg der Abteilung Wassersport belegt waren und sich wieder ein geselliges Vereinsleben am Wasser einstellte, wurde natürlich wieder das Thema „fehlender Stromanschluss“ diskutiert.  Gründe dafür gab es genug: Unsere Bootsbatterien konnten nicht geladen werden, Kühlschränke nicht vorgekühlt werden, es gab keine Wasserpumpe am Steg und keine ausreichende Beleuchtung.

Der Wahnsinn

Also wagte sich unser Stegwart ganz unbedarft im Mai 2007 einmal bei den Stromversorgern anzurufen. Hätte er gewusst, was ihn erwartet, er hätte den Hörer aus der Hand gelegt. Nun, früher gab es in jeder Stadt nur einen Versorger, aber im Zeitalter der paneuropäischen Liberalisierung und Privatisierung gab es derer in Saarbrücken mehrere. Die meisten haben außerdem ausländische Teilhaber oder die Geschäftsbereiche in eigenständige Firmen ausgegliedert.

Etwa acht Wochen sprach Werner M. mit freundlichen Telefonstimmen und sachkundigen Mitarbeitern, die glaubhaft machten, dass jeweils der andere Stromversorger dafür zuständig sei. Mal lag es an der geografischen Lage außerhalb der Ortsbebauung, mal an fremden Netzen und überlasteten Kabeln oder ganz einfach an einer gerade hier geltenden Ausnahme, dass man nicht zuständig sei. Helfen würde man dem Polizeisportverein natürlich gerne, aber man könne einfach nicht, hieß es oft. Es wäre wohl einfacher, wenn der Steg auf dem Eschberg sei. Es gab Augenblicke an denen der durchschnittlich gebildete Mitteleuropäer die Kettenreaktion der aufgeführten Argumente nicht mehr verstand. Es war jetzt Ende Juli 2007 und noch kein Strom in Sicht. Die erste Vorstandssitzung zu diesem Thema fand dann am 23. August statt.

 Der Durchbruch

So kam es dass unser Stegwart im September 2007 mit Berufskollegen sprach, die zwischenzeitlich in der Landes- oder Kommunalpolitik verantwortliche Stellen inne hatten. Werner vereinbarte Treffen, legte Luftaufnahmen vor und erklärte ihnen die Situation, die Problematik und die Lösungsmöglichkeiten. Der Zufall wollte es, dass im Oktober 2007 gleich drei freundliche Saarländer innerhalb von zwei Wochen bei der Saarbrücker Verwaltungsspitze zu Wort kamen. Nebenbei stellten sie die Frage, ob man denn nicht dem Polizeisportverein helfen könne. In Zeiten regelmäßiger Weltraumerkundungen dürfte es doch ein Leichtes sein, auf einer Wiese 130 Meter Kabel zu verlegen.

 Die letzte Frage dieser Art wurde an einem Freitag gestellt. Montags darauf erreichten gleich zwei wichtige Anrufe den Verein. Ein Anrufer bot an, man könne das vorhandene Kabel des Heizkraftwerkes benutzen. Ein zweiter Anrufer erklärte, es sei selbstverständlich möglich, sich an die im Bau befindliche Osthafenerweiterung anzuschließen.

Das Warten

Doch es wurde komplizierter. Zwar sagte man uns am 24. Oktober 2007 die Nutzung des Starkstromkabels zu, man war aber nicht in der Lage, uns dies vertraglich für die Zukunft zuzusichern. Das war zu unsicher. Was ist in drei oder fünf Jahren? Was passiert, wenn der Kraftwerkschef in Pension geht oder der Eigentümer wechselt? Nach Prüfungen und Diskussionen entschloss sich der Verein, ein eigenes Kabel zu verlegen. Die Abteilung Wassersport nahm das Angebot der Stadt Saarbrücken an, sich den Bauarbeiten am Osthafen anzuschließen. Es war vorgesehen, die Arbeiten noch vor dem Winter anzugehen. Es kam anders: Die Termine verschoben sich, der Winter war regnerisch, die Arbeiten am Osthafen wurden unterbrochen. Wir nutzten die Zeit, Vereinbarungen mit der Stadtverwaltung, dem Wasser- und Schifffahrtsamt sowie dem Stromlieferanten zu treffen.

Der Alltag

 Der Vereinsvorsitzende Harald und der Abteilungsvorsitzende Michael waren intensiv mit den Verhandlungen beschäftigt. Es galt Fördermittel und Zuschüsse zu beantragen und sie auch zu bekommen. Ortstermine folgten aufeinander, Pläne wurden weiter gereicht, Emails hin- und hergeschickt, Strecken vermessen und wieder nachgemessen, Kabelpreise verhandelt, die Handyrechnung stieg, ein Luftbild des Osthafens schmückte die Wohnung des Stegwartes, der Schreibtisch seiner Ehefrau wurde beschlagnahmt - ihr Auto auch, Termine wurden vereinbart und wieder verschoben, Telefonate erreichten den Gesprächspartner – oder auch nicht ...

Im Januar 2008 waren nach einigen Sitzungsterminen die Planungen abgeschlossen und die Kostenvoranschläge lagen uns vor. Der eine oder andere Preis hatte sich verändert, aber alles blieb im Kostenrahmen – unser Kassierer Jürgen war erleichtert. Seine Philosophie: „Wir sind ein Sportverein, kein Sparverein“ bleibt uns immer in Erinnerung. 

Die Baustelle

 Bei einem gemeinsamen Ortstermin am Osthafen im Februar 2008, an dem Vertreter der Landeshauptstadt, der Stadtwerke, der beteiligten Baufirmen und des PSV teilnahmen wurden die Aufträge per Handschlag vergeben.  Der Tiefbauauftrag wurde an unser Vereinsmitglied Herr Berger (Berger & Sohn) aus Brebach vergeben, die elektrischen Anschlussarbeiten übernahm die Firma Loris aus Ensdorf, die auch die Arbeiten am Osthafen durchführten. Später erwiesen sich beide Partner als wahrer Glücksgriff. Sowohl Herr Berger als auch Herr Hemme standen uns immer mit wertvollen Ratschlägen zur Seite. Das Arbeitstempo war beeindruckend und die Zuverlässigkeit einfach vorbildlich.

 Das Problem, eine Baugrube und ein Betonfundament für den Hauptanschlusskasten herzustellen wurde mit einem leckeren Frühstück für die Bauarbeiter gelöst. Wenn nur alles andere so einfach gegangen wäre.  Die Firma Loris unterstütze uns, wann immer es möglich war: „Danke Herr Hemme !“ Und auch unser Nachbarclub, der MBCS, half immer mit einem freundlichen „Ja“. Als die städtischen Arbeiten an der Osthafenerweiterung Ende April abgeschlossen waren, konnten wir beginnen.

Die Firma Berger & Sohn rückte im Mai mit Bagger und LKW an. Es war eine Freude, den abgestimmten Arbeiten zu zuschauen. Es ging derart schnell, dass wir uns fragten, wieso alles andere so lange gedauert hatte. Nach vier Tagen war die Baustelle erledigt. Nebenbei hatte Berger & Sohn am Steg noch einen Parkstreifen für die Autos geschaffen.

 Das Ergebnis

Am 15. Mai 2008 übergab uns Herr Hemme von der Elektrofirma Loris den angeschlossenen Stromkasten. Es war geschafft! Am 17.5. trafen sich die Mitglieder der Abteilung Wassersport zu einer spontanen Baustellenreinigung. Ausgestattet mit Besen, Rechen und Schipp’ wurde der Weg gereinigt. Dann wurde die aufgebaggerte Böschung mit Rasen eingesät.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Zufahrt zum Schwimmanleger ist fast doppelt so breit wie früher, das alte Straßenpflaster kam zum Vorschein und wir haben im Kurvenbereich einen neuen Wendeplatz. Das Stegfest 2008 kann kommen.

 Alles in allem danken wir allen Beteiligten, die uns unterstützt haben.

Werner Müller
(Stegwart)

Die Weisheit
„Der Mann, der den Berg auftürmte,
war der gleiche, der im Frühjahr
einen Stein geschleppt hatte.“
(China, etwa 3000 v. Chr.)

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